Künstler


Lunartree

Akustik-Pop

Unsere Individualität in der Gemeinschaft mit anderen leuchten zu lassen ist keine leichte Aufgabe. Vor allem nicht für Musiker. Lunartree schaffen es trotzdem: Der Soul flankierte Akustikpop des Trios besticht durch Klavier, Cello und Perkussion, vor allem aber durch seinen gefühlvollen mehrstimmigen Gesang. Mit Lebendigkeit und Intuition schaffen Lunartree gefühlvolle Songs, die sie gleichermaßen in emotionale Höhen schrauben wie auch mit einem poppigen Schlenker wieder runterzuholen wissen.

Geplant war das so nicht. Denn als sich Imanthi Gräflich und Sophia Onken 2013 in Hamburg an der School of Music kennenlernen, sitzt Gräflich am Klavier und Onken vorm Mikro. Schnell ist ihnen klar, sie wollen etwas anderes als die übliche Bandbesetzung und suchen deshalb nach einem Streichinstrument zur Verstärkung. Das finden sie bei Linda Kauffeldt. Die studierte Jazzsängerin will zuerst nur ihre Fähigkeiten am Cello professionalisieren, doch schnell stellt das Trio fest, dass sie auch gesanglich harmonieren. Trotz der Herausforderung, dreifach Gesang und Instrument zu kombinieren, experimentieren und entwickeln Lunartree ihr musikalisches Konzept weiter. Von anfangs zartem Pop finden sie auch immer stärker im Soul eine Heimat. Imanthis Hintergrund in R’n’B und HipHop, Lindas Liebe für den Pop von Simon & Garfunkel und Colbie Caillat sowie Sophias Faible für Bon Iver oder Sophie Hunger – all das ergänzt sich hervorragend: gesanglich, an den Instrumenten und vor allem auf der Bühne.

Denn dort, entfalten die Musikerinnen noch eine ganz andere Seite: Charmant und mit viel Humor unterhalten sie ihr Publikum mit Anekdoten und den individuellen Stärken wie Schwächen – lebendig und ansteckend. Wer dann nach der Show Lust auf mehr hat: Zwei EPs haben Lunartree in den vergangenen fünf Jahren veröffentlicht. Zuletzt, 2016, erschien „Breathe“, aktuell arbeiten sie an ihrem Debütalbum.

Die Songs dafür schreiben sie – wie sollte es anders sein – jede für sich und gemeinsam. Wie den Song „Parts of What I Am“: Die Grundidee stammt von Linda, der pulsierende Beat von Imanthi, der Rest ist eine Gemeinschaftsarbeit. In „Parts Of What I Am“ beschreibt jede der drei, was sie ausmacht, von der Vorliebe für Zigaretten und Drinks über die Liebe zu Natur und durchtanzte Nächte bis zu Yoga am Morgen oder provozierende Direktheit.

So individuell wie universell, welcher Song könnte das besser ausdrücken als „Shine“ – ein „totaler Lunartree-Song“, wie die Band sagt. Ein Song, der die Frage nach dem eigenen Strahlen damit beantwortet, nicht jemand anders sein zu wollen oder etwas beweisen zu müssen, sondern man selbst zu sein – „das ist der Moment, in dem du strahlst“. Ein Song, in dem Klavier und Cello zu Beginn von Sophias Stimme getragen werden, bevor sich die drei Stimmen der Musikerinnen zu einem echoenden Gänsehautrefrain steigern. Shine on, Lunartree!

Video:

Lunartree – Parts Of What I Am